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Stroke Unit

Die Klinik für Neurologie und Neurophysiologie des Philippusstiftes ist auf die Behandlung von Schlaganfallpatienten spezialisiert. Von der Akutbehandlung auf der so genannten „Stroke-Unit“, einer Schlaganfalleinheit mit modernster medizintechnischer Ausstattung, bis zur Rehabilitation im MVZ, Fachbereich Physikalische und Rehabilitative Medizin mit dem Ltd. Arzt PD Dr. med. Horst Gerhard, ist ein optimaler Behandlungsverlauf sichergestellt.
Wir möchten Ihnen die Ursachen und Symptome, aber auch die Akutbehandlung eines Schlaganfalls auf der „Stroke-Unit“, näher erläutern. Viele Fragen werden trotzdem offen bleiben. Manches mag Ihnen unverständlich oder beängstigend erscheinen. Bitte sprechen Sie uns an! Die Auseinandersetzung mit der Krankheit und Ihre Mitwirkung sind uns sehr wichtig.

Schlaganfall - Ursachen, Symptome und Therapie -

Ursachen und Akutbehandlung
Ein Schlaganfall ist eine plötzlich einsetzende Schädigung des Gehirns infolge einer Durchblutungsstörung oder einer Blutung. Die Durchblutungsminderung entsteht durch die Verstopfung eines zum Gehirn führenden Blutgefäßes, die Blutung durch einen Riss in einer Ader. Die Folgen eines Schlaganfalls sind häufig schwerwiegend, mit Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen. Die häufigste Ursache eines Schlaganfalls ist die verminderte Durchblutung eines Gehirnbezirks infolge einer:

  • zunehmenden Verengung und Verkalkung der großen Schlagadern zum Gehirn (Arteriosklerose)
  • fortschreitenden Verengung der kleinsten Gehirngefäße
  • Herzerkrankung und Herzrhythmusstörung, die zur Entstehung von Blutgerinnseln im Herzen führt

Seltener liegen andere Ursachen wie z. B. Gefäßwandeinrisse (Dissektion), Gefäßentzündung, Venenthrombose, Bluterkrankungen oder Stoffwechselstörungen vor. Die Ausfallerscheinungen nach einer Durchblutungsstörung unterscheiden sich im zeitlichen Verlauf. Man unterscheidet folgende Zeitverläufe:

  • Transitorische Ischämische Attacke (TIA). Die Ausfälle dauern weniger als 24 Stunden.
    Vollendeter Schlaganfall mit anhaltenden Ausfällen.

Leider werden insbesondere flüchtige, zum Teil nur Sekunden abhaltende Störungen häufig nicht ernst genommen. Dabei sollten gerade die so genannten „TIA” Anlass zu einer gründlichen und raschen neurologischen Untersuchung sein.
 Einblutungen in das Gehirn machen etwa 10% bis 15% aller Schlaganfälle aus. Häu-figster Grund für eine Einblutung ist der Bluthochdruck. Weitere Gründe sind die Einnahme von Gerinnungshemmern (Marcumar, NOAK, Heparin), Gerinnungsstörungen, Gefäßmissbildungen oder Drogen.

Symptome und Zeichen
Die Symptome eines Schlaganfalles treten meistens plötzlich auf. Flüchtige Warn-zeichen in den zurückliegenden Monaten sind allerdings häufig. Das Vorliegen eines Schlaganfalls muss immer bedacht werden bei:

  • Erstmaligen heftigsten Kopfschmerzen
  • Heftigem Schwindel sofern weitere neurologische Störungen vorliegen
  • Sehstörungen wie Doppelbilder, flüchtige Sehstörungen auf einem Auge oder Sehstörungen zu einer Seite
  • hängendem Mundwinkel
  • halbseitiger Lähmungen und Gefühlsstörungen
  • Koordinations- und Gangstörungen
  • Sprachstörungen (Aphasie)
  • erstmalige epileptische Anfälle
  • Bewusstseinsstörungen

Untersuchungen
Neben der Erhebung der Krankengeschichte, ist eine eingehende neurologische und körperliche Untersuchung erforderlich. Dies wird ergänzt durch eine apparative Diagnostik:

  • Eine Blutentnahme dient der Bestimmung des Blutzuckers, der Blutfette, der Blutgerinnung, des Blutbildes und des Flüssigkeitshaushaltes
  • Die Computertomographie erlaubt die schichtweise Darstellung des Gehirns mittels Röntgenstrahlen, vor allem dient sie dem Nachweis einer Hirnblutung und dem Nachweis sogenannter Schlaganfallfrühzeichen.
    Die Kernspintomographie ist besonders empfindlich. Sie erfasst kleinste Durchblutungsstörungen sehr früh. Eine Strahlenbelastung entsteht nicht. Patienten mit Herzschrittmachern oder magnetisierbaren Metallen im Körper dürfen in der Regel nicht untersucht werden
  • Im Ruhe-EKG und 24-Stunden-EKG wird nach Herzrhythmusstörungen und Herzerkrankungen gesucht
  • Der Ultraschall des Herzens (Echokardiographie) dient dem Nachweis von Blutgerinseln im Herzen, welche den Schlaganfall ausgelöst haben könnten
  • Im Ultraschall der Hirnschlagadern (Doppler- und Duplexsonographie) können Einengungen der Hirngefäße nachgewiesen werden
  • Von herausragender Bedeutung ist die Erkennung der Risikofaktoren. Der wichtigste Risikofaktor für einen Schlaganfall ist der Bluthochdruck. Sehr bedeutsam sind  auch Rauchen,  Diabetes mellitus, erhöhte Blutfette, , über-mäßiger Alkoholkonsum, Übergewicht und Bewegungsmangel

Therapie
Im Falle einer Minderdurchblutung kann versucht werden, durch Auflösen des Blutgerinnsels medikamentös (Lyse) oder mit Katheter (Thrombektomie) das verstopfte Gefäß wieder durchgängig zu machen. Ist der Schlaganfall Folge einer eingeengten Halsschlagader und beträgt die Einengung mehr als 70%, reduziert die Operation der Halsschlagader das Risiko, einen neuen Schlaganfall zu erleiden. Die meisten Patienten werden zur Vorbeugung nach einem Schlaganfall jedoch medikamentös behandelt. Sie erhalten entweder Substanzen zur Hemmung der Blutplättchen (wie z. B. ASS) oder Tabletten zur Hemmung der Blutgerinnung (Marcumar,NOAK).

In den ersten Tagen erfolgt eine regelmäßige Kontrolle und Behandlung von Atmung, Herzfunktion, Blutdruck, Schluckstörungen, Temperatur, Blutzucker und Flüssigkeitsbilanz. Vorbeugende Maßnahmen dienen der Vermeidung von Thrombosen, Lungenentzündungen, Druckgeschwüren und Harnweginfekten. Dies alles gelingt nur durch die intensive Zusammenarbeit von Pflegedienst, Physiotherapeuten, Sprachtherapeuten, Ärzten und Angehörigen.

Nach der Akutbehandlung im Krankenhaus schließt sich abhängig von den noch bestehenden Defiziten eine Rehabilitationsbehandlung stationär oder ambulant an.

Kontakt

Leitender Arzt

PD Dr. med. Oliver Kastrup

Vita

PD Dr. Oliver Kastrup
Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Neurologische Intensivmedizin, Geriatrie, Spezielle Schmerztherapie

Tel.: 0201 6400 3350
Fax: 0201 6400 3354
o.kastrup(at)kk-essen.de

Zertifikat der Stroke Unit

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