Notruf 112

Katholisches Klinikum Essen

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KKE

Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie

Aufgaben und Schwerpunkte

Die Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie behandelt sämtliche akuten und chronischen neurologischen Erkrankungen. Patienten werden auf 2 Bettenstationen (insgesamt 62 Betten incl. Wahlleistungsbereich) betreut. Die Abteilung für Neurologie am Philippusstift betreibt eine zertifizierte Stroke Unit mit 8 Monitorbetten, Betten auf der interdisziplinären Intensivstation und zur stationären neurologischen Frührehabilitation.
Der Schwerpunkt liegt in der Diagnostik und Therapie des akuten Schlaganfalls und von Gefäßerkrankungen. Schlaganfallpatienten werden auf einer zertifizierten Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit) betreut. Besonderes Augenmerk wird auf die Abklärung seltener Schlaganfallursachen, insbesondere bei jüngeren Patienten, gelegt. Die Diagnostik erfolgt in Kooperation mit der Neuroradiologie, Kardiologie und Neurochirurgie. Weitere Schwerpunkte sind neuroimmunologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, entzündliche Polyneuropathien wie GBS und CIDP. Die Abteilung verfügt über eine langjährige Expertise in der Diagnostik und Therapie von Parkinson-Syndromen und Multisystematrophien. Hier kommen sämtliche medikamentösen Therapieoptionen (DuoDopa-Pumpe/ Apomorphin-Pen) und invasive Verfahren (tiefe Hirnstimulation) in Kooperation mit der Neurochirurgie zur Anwendung. Neben der Diagnostik und Therapie von Epilepsien und Hirntumoren ist ein weiterer Schwerpunkt die Behandlung chronischer Schmerzsyndrome und Kopfschmerzen. Alle Patienten werden bei Notwendigkeit mit einem multimodalen Rehabilitationskonzept einschließlich der Möglichkeit der neurologischen Frührehabilitation und der weiteren ambulanten neurologischen Rehabilitation therapiert. Einzelheiten finden Sie in unserem Leistungsspektrum.

Stationsteam und Kontakt

Standort Philippusstift
Hülsmannstraße 17
45355 Essen
Tel.: 0201 6400 1370
Fax: 0201 6400 1390
info(at)kk-essen.de

Leitender Arzt

PD Dr. med. Oliver Kastrup ; Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Neurologische Intensivmedizin, V

Vita
 

PD Dr. med. Oliver Kastrup
Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Neurologische Intensivmedizin, Geriatrie, Spezielle Schmerztherapie
Ausbildungsbeauftragter des Katholischen Klinikum Essen

Tel.:  0201 6400 3350
Fax:  0201 6400 3354
o.kastrup(at)kk-essen.de 

 Sekretariat

Heike Winkler

Tel.:  0201 6400 3351
Fax:  0201 6400 3354
h.winkler(at)kk-essen.de

Oberärzte 

Dr. med. Jana Becker, Leitende Oberärztin, Fachärztin für Neurologie, Schwerpunkte: Multiple Sklerose, Vaskuläre Neurologie 

Dr. med. Jana Becker
Leitende Oberärztin
Fachärztin für Neurologie
Schwerpunkte: Multiple Sklerose, Vaskuläre Neurologie

  

 

Dr. med. Matthias Suchanek
Facharzt für Neurologie
Rehabilitationswesen
Schwerpunkte: Geriatrie, Interdisziplinäres Dysphagiezentrum Essen

  

Oberärztin Dr. Julia Himsted - Fachärztin für Neurologie 

Dr. Julia Himstedt
Fachärztin für Neurologie
Schwerpunkte: Funktionsdiagnostik, Konsildienst

 

Anneli Jehkul
Fachärztin für Neurologie
Rehabilitationswesen
Schwerpunkte: Elektrophysiologie, Neuromuskuläre Erkrankungen

Dr. Sylvia Uslar, Oberaerztin in der Klinik fuer Neurologie und Klinische Neurophysiologie am Philippusstift 

Sylvia Uslar
Fachärztin für Neurologie
Schwerpunkte: Epilepsie, Schwindelerkrankungen

 
Abteilung für Sprachtherapie  

Angelika Hofmann
Klinische Linguistin (BKL)
Tel.:  0201 6400 3375
Fax:  0201 6400 3354
a.hofmann(at)kk-essen.de

Alexandra Fortmann
Logopädin
Tel.:  0201 6400 3364
Fax:  0201 6400 3354
a.fortmann(at)kk-essen.de

Aufnahmekoordination und Arztassistenz Station C 2   

Martina Mouson
Tel.:  0201 6400 4366
Fax:  0201 6400 4368
m.mouson(at)kk-essen.de

Aufnahmekoordination und Arztassistenz Station B 2 

Jutta Fenslau, Manuela Görnert
Tel.:  0201 6400 5122
Fax:  0201 6400 5124
j.fenslau(at)kk-essen.de
m.goernert(at)kk-essen.de

 

Sprechstunden der Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie

Privatsprechstunde:
täglich 10.00 - 14.00 Uhr
Anmeldung:  Sekretariat Heike Winkler
Fon 0201 6400-3351

Prästationäre Abklärungssprechstunde/ BG-Sprechstunde
Anmeldung: Sekretariat Barbara Wlodarczyk
Fon 0201 6400-3352

KV-Ermächtigungsambulanz auf Zuweisung von Neurologen, Nervenärzten und Psychiatern:
täglich 9.00-13.00, mit telefonischer Terminvoranmeldung über das Sekretariat, Tel. 0201 6400-3352

Leistungsspektrum

  • Schlaganfall / Stroke Unit
    Die Schlaganfall-Spezialstation (zertifizierte Stroke Unit) betreut Patienten mit akutem Schlaganfall nach modernstem Standard. Ziel der modernen Schlaganfallakutbehandlung ist die Auflösung von Blutgerinnseln mittels systemischer Thrombolyse und die mechanische Thrombusentfernung durch eine Thrombektomie (Kooperation mit Neuroradiologie), der Therapie von Gefäßverengungen mittels Operation oder Stent-Implantation (Kooperation mit der Neuroradiologie und Gefäßchirurgie) und der Zuführung der Patienten zur neurochirurgischen  Operation von raumfordernden Hirninfarkten oder Hirnblutungen.
    Die 8 Überwachungsbetten sind apparativ nach modernem Standard  mit kontinuierlicher Messung von Herzschlag, Blutdruck, Atmung und Temperatur ausgestattet. Das Pflegeteam der Stroke Unit ist speziell geschult für die Betreuung von Schlaganfallpatienten.
    Die Stroke Unit ist zertifiziert von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Schlaganfallhilfe.
    Weitere Informationen finden Sie unter dem Punkt "Warnzeichen und das richtige Handeln im Notfall".

  • Multiple Sklerose
    Die Multiple Sklerose ist die häufigste autoimmunentzündliche Erkrankung von Gehirn und Rückenmark. Patienten mit Multipler Sklerose können stationär zur Diagnosestellung, Schubbehandlung und Indikationsstellung für eine Intervalltherapie oder Eskalationstherapie wie auch ambulant in der prästationären Oberarzt-/Abklärungsambulanz oder der privatärztlichen Chefambulanz behandelt werden. Sämtliche Leitlinien-gestützte Akutbehandlungen (Pulstherapie, Plasmapherese), die Indikation einer Intervalltherapie oder auch Eskalationstherapie mit Immunmodulatoren oder Antikörpern sowie intrathekale Volon-A Therapie stehen zur Verfügung. In der multimodalen rehabilitativen Therapie kommen psychologische Verfahren bei kognitiven Störungen oder Fatigue zum Einsatz, häufig auftretende Blasenprobleme werden in Kooperation mit der Abteilung für Urologie und Neurourologie therapiert.

  • Parkinson-Syndrom
    Die Parkinson Erkrankung gehört zu den häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen.  Der Verlust der Dopamin produzierenden Zellen im Gehirn wird zu chronischen Bewegungsstörungen mit Zittern, Bewegungsverarmung und Tonussteigerung. Die Neurologie am Philippusstift blickt auf die langjährige Expertise in der Behandlung des Parkinson-Syndrom zurück.

    Diagnostisches Angebot:
    • Differentialdiagnose der Parkinson-Syndrome
    • Differentialdiagnose zur Multi-System-Erkrankung (MSA
    • Differentialdiagnose zum Normaldruckhydrozephalus
    • Differentialdiagnose zum vaskulären Parkinsonoid

Die Diagnostik erfolgt mittels hochauflösender Kernspintomographie und nuklearmedizinischen Untersuchungen (DaTSCAN, PET-CT) und bei gleichzeitiger demenzieller Entwicklung Liquor-Analyse zur Bestimmung der Demenzmarker.

Therapeutisches Angebot:
Bei Neudiagnose und Ersteinstellung erfolgt eine leitliniengerichtete Einstellung auf moderne Do-paminagonisten und L-Dopa-Präparate. Im weiteren Verlauf steht ein spezialisiertes, stationäres Angebot zur medikamentösen Neueinstellung, je nach Stadium der Erkrankung, mit zusätzlichen medikamentösen Therapien wie MAO-B und COMT-Hemmern, sowie in fortgeschrittenen Stadien Apomorphin-Pen, Apomorphin-Pumpe und Duodopa-Pumpe. Bei Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom ohne relevante Begleiterkrankungen und gutem Ansprechen auf dopaminerge Medikation, aber unzureichender Symptomunterdrückung oder schweren Nebenwirkungen der Medikation kommt eine Tiefe-Hirnstimulation (DBS) in Frage. Die Operation und Einstellung erfolgt in Kooperation mit der Universitätsklinik Düsseldorf, Abteilung für Bewegungsstörung, Prof. Dr. med. Schnitzler.

Begleitende Maßnahmen:
In jedem aber insbesondere in den fortgeschrittenen Stadien des Parkinson-Syndroms sind intensive flankierende Maßnahmen mit Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie erforderlich. Die Klinik für Neurologie und Neurophysiologie am Philippusstift Essen bietet hier ein intensives und spezialisiertes Angebot. Dieses wird ergänzt durch das interdisziplinäre Dysphagie-Zentrum (IDZ). Schluckstörungen sind ein häufiges und im Alltag sehr belastendes Phänomen. Es kann hier eine gezielte Schluckdiagnostik mit FEES- und Videofluoroskopie sowie nachfolgender logopädisch-schlucktherapeutischer Beratung erfolgen.

Parkinson-Komplex-Behandlung:
Bei Patienten im fortgeschrittenen Stadium mit Wirkfluktuation, On-Off-Phasen und Hyperkinesen und ggf. psychiatrischen Komplikationen mit Halluzinationen oder Wahnvorstellungen, sowie Schlafstörungen, kann zur Neueinstellung und Therapieoptimierung eine Parkinson-Komplex-Behandlung durchgeführt werden. Es handelt sich hier um eine multimodale Komplex-Behandlung mit einer individuell auf den Patienten zugeschnittenen Therapie, die durch ein multiprofessionales Team durchgeführt wird und aktivierende Therapieansätze in den Vordergrund stellt. Die stationäre Behandlungsdauer beträgt mindestens 14 Tage, es kommen Kombinationen von Einzeltherapien - physiotherapeutisch, ergotherapeutisch, logopädisch, sowie sporttherapeutisch und neuropsychologisch - zur Anwendung.

  • Schmerzerkrankungen
    In enger Kooperation mit unserer Abteilung für Anästhesie (Komplexe Stationäre Schmerztherapie; Schmerzzentrum Rhein-Ruhr) und Orthopädie sowie Psychiatrie und Psychosomatik werden akute und chronische Schmerzzustände wie Kopf- und Rückenschmerzen (HWS- und LWS-Syndrome) interdisziplinär diagnostiziert und therapiert. Die Therapie erfolgt medikamentös, physiotherapeutisch, psychologisch und bei Notwendigkeit operativ (Bandscheiben- und Wirbelsäulenkorrekturoperationen).

  • Muskelerkrankungen (Myopathien)
    Hauptsymptome dieser Erkrankungen sind allgemeine körperstammnahe Muskelschwäche und auch Muskelschmerzen, die belastungsabhängig sein können. Im Verlauf kann es zu einer Atrophie, einer Rückbildung des Muskelgewebes, kommen. Die Ursachen von Muskelerkrankungen können erbliche, entzündliche, toxische oder stoffwechselabhängige Krankheitsbilder sein. Zur Abklärung von Myopathien werden neben der körperlichen Untersuchung mehrere diagnostische Verfahren angewandt:

    - Elektromyographie
    - Bildgebende Verfahren wie Muskelultraschall oder Kernspintomographie
    - Ischämiebelastungstest und Fahrradergometertest
    - Muskelbiopsie
    - Molekulargenetische Untersuchungen

    Die Elektromyographie ist eine elektrophysiologische Diagnostik, bei der mittels einer in den Muskel eingeführten Nadelelektrode die elektrische Aktivität des Muskels abgeleitet und so Schädigungsmuster identifiziert werden können. Hieraus können Rückschlüsse auf die Art der Muskelerkrankung gezogen werden.
    Bei der Muskelbiopsie handelt es sich um eine Probeentnahme von Muskelgewebe. Diese wird insbesondere zur Abklärung von entzündlichen Muskelerkrankungen (Myositis), aber auch Muskeldystrophien und mitochondrialen Muskelerkrankungen angewandt. Es wird hier unter lokaler Betäubung ein etwa 1 cm großes Stück Muskel entnommen und in einem spezialisierten neuropathologischen Labor weiter untersucht (Kooperation mit der Abteilung für Neuropathologie, Universitätsklinikum Essen). Abgeklärt werden häufig im Weiteren sog. neuromuskuläre Erkrankungen, hierzu zählen insbesondere die Myasthenia gravis, eine autoimmun bedingte Muskelschwäche. Diese wird mit Endplattenbelastungstest und laborchemischer Bestimmung spezifischer Antikörper abgeklärt. Diagnostiziert werden auch sog. Motoneuronerkrankungen, von denen die amyotrophische Lateralsklerose (ALS) am häufigsten ist. Sie führt zu fortschreitendem Muskelschwund, Lähmungserscheinungen und Muskelzuckungen. Aufgrund von begleitenden Schluckstörungen erfolgt hier die Mitbetreuung durch unser Dysphagie-Zentrum.

    Eine weitere Information zum Thema Muskelerkrankung gibt es bei der  www.dmg.org der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM).

  • Nervenerkrankungen und Nervenengpasssyndrome
    Die häufigsten peripheren Nervenerkrankungen sind Polyneuropathien, Schädigungen mehrerer peripherer Nerven erworbener oder erblicher Natur. Ursächlich liegen am häufigsten ein Diabetes mellitus, toxische Schädigung durch Alkohol oder Medikamente, Vitaminmangel oder entzündliche Ursachen vor. Entzündliche Nervenerkrankungen wie die chronisch-inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) und deren Varianten erfordern Abklärung mittels Liquoranalyse und ggf. Nervenbiopsie. Die Behandlung erfolgt mit Steroiden, intravenösen Immunglobulinen oder Plasmapherese. Nervenkompressionssyndrome sind bedingt durch Engpässe an Armen und Beinen, hierbei sind die häufigsten das Carpaltunnel-Syndrom am Handgelenk, das Sulcus ulnaris-Syndrom am Ellenbogen und die Peronaeuslähmung am Wadenbein. Diese Erkrankungen gehen mit Taubheitsgefühlen, Schmerzen und Lähmungen im Versorgungsgebiet der geschädigten Nerven einher.
    (Siehe auch "Stationäre Schmerztherapie" im Bereich der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie

  • Schwindel
    Dies ist ein häufiges neurologisches Symptom, welches sehr vielfältige Ursachen haben kann. Es kommt zu einem drehenden Gefühl (Drehschwindel) oder einem schwankenden Gefühl (Schwankschwindel). Die häufigste Drehschwindelform ist der gutartige anfallsartige Lagerungsschwindel (benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel), der typischerweise beim Drehen des Körpers in eine Richtung auftritt und heftig für wenige Sekunden anhält mit begleitender Übelkeit und ggf. Erbrechen. Insbesondere bei jüngeren Menschen kommt auch eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs (Neuritis vestibularis) mit schwerem, für Tage anhaltenden, Drehschwindel und Übelkeit vor. Die seltenere Erkrankung des Morbus Menière mit Stunden bis Tage anhaltenden Drehschwindelattacken mit Hörminderung und / oder Ohrgeräusch wird mit Infusionen, Medikamenten oder Lokalmaßnahmen behandelt und erfordert interdisziplinäre Zusammenarbeit mit einem Hals-Nasen-Ohrenarzt.
    Jeder neu aufgetretene Dreh- oder Schwankschwindel sollte ärztlich vorgestellt und neurologisch abgeklärt werden. Insbesondere wenn zusätzlich zum Schwindel Symptome wie Doppelbilder oder Lähmungen auftreten, muss eine akute Schlaganfalldiagnostik erfolgen und der Patient wird auf die Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit) aufgenommen. Die differentialdiagnostische Abklärung erfolgt nach Bedarf mittels Kernspintomographie des Kopfes, kalorischer Testung des Gleichgewichtsorgans, Elektronystagmographie und Ultraschall der Hirnarterien.

  • Epilepsie
    Bei der Epilepsie kommt es durch fehlerhafte synchrone Entladungen des Gehirns zu Bewusstseinsstörungen und motorischen, sensiblen oder psychischen Symptomen. Bei generalisierten Anfällen kommt es zu Bewusstlosigkeit, Sturz, Zungenbiss, Urinverlust und rhythmischen Entäußerungen aller vier Extremitäten. Bei fokalen Anfällen kommt es zu isolierten motorischen oder sensiblen Störungen, bei dyskognitiven/komplex-partiellen Anfällen zu unklaren Bewusstseinsveränderungen. Die Epilepsie ist mit etwa 1% in der Allgemeinbevölkerung eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Sie manifestiert sich häufig vor dem 20. Lebensjahr oder im Kindesalter, darüber hinaus gehäuft aber auch ab dem 60. Lebensjahr bedingt durch symptomatische Hirnveränderungen nach Schlaganfällen, Blutungen oder medikamentösen Einflüssen. Der erstmalige epileptische Anfall muss gründlich abgeklärt werden mittels Analyse der Krankheitsvorgeschichte, Hirnstromkurve (EEG) und einer speziell auf Epilepsie ausgerichteten kernspintomographischen Untersuchung in der Abteilung für Neuroradiologie. Es wird so die Frage einer medikamentösen Therapienotwendigkeit geklärt, die bestenfalls zu Anfallsfreiheit führen sollte. Zur Abklärung nicht-organischer Anfälle (dissoziative Anfälle) sowie besseren Einordnung des Epilepsie-Syndroms können Video-EEG-Untersuchungen stationär erforderlich sein.

Das Diagnose- und Therapieangebot der neurologischen Klinik

Die Klinik für Neurologie und klinischen Neurophysiologie des Philippusstifts bietet sämtliche modernen speziellen neurologischen Verfahren der Zusatzdiagnostik an. Die Abteilung ist ausbildungsberechtigt durch die Deutsche Gesellschaft für klinische Neurophysiologie
(DGKN) für die Zertifikate EMG, EVOP, EEG und Ultraschall.

  • Aufzeichnung der Hirnströme (EEG Labor)    
    Die Elektroencephalographie (EEG) dient dazu, Hirnströme aufzuzeichnen. Sie wird in der Diagnostik von Anfallserkrankungen, entzündlichen und degenerativen Hirnerkrankungen eingesetzt.
  • Funktionsuntersuchung der Muskeln und Nerven (EMG-NLG-Labor)
    Die Elektromyographie (EMG) kommt bei Muskelerkrankungen und Nervenlähmungen zum Einsatz. Die Elektroneurographie (ENG) ermöglicht eine Funktionsuntersuchung von peripheren Nerven durch Verwendung kleiner elektrischer Impulse.
  • Funktionsuntersuchung der Nervenbahnen (EVOP-Labor)    
    Evozierte Potentiale (EVOP) dienen der Funktionsuntersuchung von Nervenbahnen, wie der Sehbahn, der Hörbahn, motorischer und sensibler Bahnen des Rückenmarks und des Gehirns.
  • Beurteilung des Schlaganfallrisikos (Doppler-Duplex-Labor)   
    Mit modernster Ultraschalltechnik wird die Blutversorgung des Gehirns und die Struktur der einzelnen Blutgefäße beurteilt. Die Doppler- und die Duplex-Sonographie ermöglichen, Gefäßengestellen darzustellen und so das Schlaganfallsrisiko besser abschätzen und feststellen zu können, ob zur Schlaganfallvorbeugung eine Operation oder eine Stenting notwendig ist.
  • Labor für Nystagmographie
    Augenbewegungsstörungen werden mit Videonystagmographie untersucht, ebenso eignet sie sich für die thermische Untersuchung der Gleichgewichtsorgane zur Testung peripher vestibulärer Störungen.
  • Labor für autonome Funktionsuntersuchung   
    Das autonome Nervensystem steuert unbewusst wichtige Funktionen wie die Herzfrequenz, den Blutdruck, den Gefäßwiderstand und die Schweißsekretion. Die Funktion des autonomen Nervensystems kann mit moderner Computertechnik gemessen werden.
  • Neuropsychologische Abteilung   
    In der Neuropsychologie werden mit bestimmten Testverfahren Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit nach einer Erkrankung untersucht. Hieraus wird ein individuelles Training zur Wiedererlangung dieser Fähigkeiten entwickelt.
  • Abteilung für Sprachtherapie
    In der Abteilung für Sprachtherapie werden ab dem ersten Tag des Krankheitsereignisses (ggf. bereits in der Stroke-Abteilung-Schlaganfallspezialstation) Diagnostik und Therapie zu Schluckstörungen (Dysphagie), Sprachverarbeitungsstörungen (Aphasie, Sprechapraxie), Gesichtslähmungen (Faciale Parese) und Einschränkungen der Sprechverständlichkeit (Dysarthrophonie) durchgeführt. Die richtige Versorgung bei Störungen der Nahrungsaufnahme ist von Anfang an notwendig, um bedrohliche Folgen durch ein Verschlucken zu verhindern. Besteht eine Aphasie, sind das Verstehen, die Sprachproduktion sowie Lesen und Schreiben beeinträchtigt. Die Sprachtherapeutinnen beraten Betroffene und Angehörige und beginnen bereits in der Akutphase mit der Therapie. Liegt eine Störung der  Sprechverständlichkeit oder eine Gesichtslähmung vor, werden die verursachenden  motorischen Einschränkungen behandelt. Die Abteilung bietet
    zusätzlich ambulante Therapien und im Rahmen des IDE klinische und apparative Schluckuntersuchungen an – Klicken Sie bitte >>hier<<
  • Ergotherapeutische Abteilung    
    Ergotherapie ist ein wichtiger Bestandteil in der Behandlung neurologischer Patienten. Oberstes Ziel ist, den Betroffenen größtmögliche Selbständigkeit und Unabhängigkeit im alltäglichen Leben zu ermöglichen. Die Maßnahmen der Ergotherapie dienen der Wiederherstellung, Entwicklung, Verbesserung, Erhaltung oder Kompensation der krankheitsbedingt gestörten motorischen, sensorischen, psychischen und kognitiven Funktionen und Fähigkeiten. Die Behandlung der Patienten beginnt auf der Stroke Unit und wird weiter geführt im stationären Bereich. In unserem Hause werden auch ambulante Therapien durchgeführt. Wir arbeiten mit vielfältigen Therapiemethoden und Techniken auf neurophysiologischer Grundlage, wie z. B. dem Bobath- oder Affolter-Konzept oder der Spiegeltherapie. Des weiteren bieten wir komplementäre Therapieformen wie z. B. Cranio-sacraleTherapie oder Kinesiologisches Taping an.
    Ansprechpartnerin: Sabine van Kempen, Ergotherapeutin, Tel. 0201 6400 3376
  • Krankengymnastische Abteilung
    Im Vordergrund der krankengymnastischen Behandlung steht das Wiedererlernen von Bewegungen unter Hemmung krankhafter Bewegungsmuster. Die Krankengymnasten sind in speziellen neurologischen Behandlungstechniken wie dem Bobath-Konzept (Therapierung gelähmter Körperregionen) oder der Propiozeptiven Neuromuskulären Fazilitation (Förderung des Zusammenspiels von Nerven und Muskeln) ausgebildet.
  • Physiotherapeutische Abteilung    
    Die Physiotherapie umfasst Massagen, Lymphdrainagen, medizinische Bäder, Thermo- und Hydrotherapie sowie die elektrische Muskelstimulation. Diese Maßnahmen dienen der muskulären Entspannung, der Tonusregulation (Spannungszustand der Muskulatur), der Schmerzlinderung und der Muskelkräftigung.
  • Aphasikerzentrum NRW  e.V. (außerstationär)    
    Das Aphasikerzentrum NRW ist ein Modellprojekt des Philippusstifts und des  Bundesverbandes zur Rehabilitation von Aphasikern (Störung der Sprache),  das aus einer Initiative der Selbsthilfe entstanden ist. Es dient als Beratungs- und Begegnungsstätte für Aphasiker und ihre Angehörigen in Nordrhein-Westfalen. In Seminaren und Vorträgen können sich Aphasiker und Angehörige über das Störungsbild aufklären lassen und eine ganzheitliche Betreuung und Therapie erhalten.

    Weitere Informationen zum Aphasikerzentrum NRW erhalten Sie >>hier<<.
  • Schlaganfallbüro Ruhr (außerstationär)    
    Das Schlaganfallbüro Ruhr ist ein weiterer Baustein der umfassenden Patientenversorgung am Katholischen Klinikum Essen. Das Büro koordiniert und betreut Selbsthilfegruppen, initiiert  Sport- und Therapieangebote, berät Patienten und Angehörige, organisiert Informationsnachmittage oder Treffen zum Erfahrungsaustausch und bietet Unterstützung bei der Vermittlung von ambulanten und stationären Therapien. Das umfassende Angebot des Schlaganfallbüros Ruhr ist einmalig in der gesamten Region.
    Weitere Informationen zum Schlaganfallbüro Ruhr erhalten Sie >>hier<<.  
  • Fachbereiches der Physikalischen und Rehabilitativen Medizin des Medizinischen Versorgungszentrums Essen Nord-West
  • Externe Einrichtungen der Neurologischen Klinik

IDE Interdisziplinäres Dysphagiezentrum Essen

Neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall oder Parkinson, onkologische oder Hals-Nasen-Erkrankungen können zu Schluckstörungen führen. Es besteht die Gefahr, dass die Nahrung nicht in die Speiseröhre, sondern in die Luftröhre gelangt. In diesem Fall kann es für die betroffene Person lebensbedrohlich werden.

In unserem Dysphagiezentrum erhalten Sie eine detaillierte Diagnose und Beratung zum Themenfeld Schluckstörung. Hierzu werden Sie zunächst von den Therapeutinnen der Abteilung für Sprachtherapie klinisch untersucht. Es erfolgt eine Entscheidung, inwiefern weiterführende apparative Schluckuntersuchungen sinnvoll und notwendig sind.

Endoskopisch (Videoendoskopie; FEES) besteht die Möglichkeit, den Schluckablauf unter Einsicht bis auf Stimmlippenebene zu beobachten und zu beurteilen. Mit dieser Methode können auch Therapieanwendungen auf ihre Wirksamkeit hin kontrolliert oder Therapieverläufe beurteilt werden. In einem Röntgenverfahren (Videofluoroskopie, VFS) kann eine Aspiration (Eintritt von Nahrung oder Speichel in die Luftröhre) genau beurteilt werden.

Die Beurteilung Ihrer Schluckstörung erfolgt interdisziplinär, in direkter Zusammenarbeit zwischen Sprachtherapeutin und Neurologen. Zu speziellen Fragestellungen wird die ärztliche Fachberatung aus den Abteilungen HNO, Pulmologie, Onkologie und Gastroenterologie hinzu gezogen. Sie erhalten von uns einen ausführlichen Bericht und Beratung als Grundlage für die ambulante Schlucktherapie. Gerne stehen wir beratend für Ihre ambulante Schlucktherapeutin / Ihren ambulanten Schlucktherapeuten zur Verfügung.
Sollten Sie noch nicht in ambulante logopädische Therapie eingebunden sein, besteht in unserer sprachtherapeutischen Ambulanz im Philippusstift das Angebot der ambulanten Schlucktherapie.

Vor diesem Hintergrund wurde bereits im Jahre 2008 das interdisziplinäre Dysphagiezentrum Essen (IDE) in der Neurologie des Philippusstift gegründet. Das Dysphagiezentrum ist einzigartig in Essen und bündelt Wissen aus den Fachgebieten der Neurologie, Logopädie (Sprachtherapie), Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Radiologie,
Pneumologie (Lungenheilkunde) und Gastroenterologie (Verdauungstrakt). Spezialisten aus allen Fachbereichen können so die Genesung des Patienten unterstützen.
Nach der umfassenden Untersuchung wird ein detaillierter Therapieplan entwickelt, der auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt ist. So lassen sich mögliche Folgen einer Dysphagie minimieren oder komplett vermeiden – und der Patient erhält ungeachtet seiner Erkrankung ein Stück Lebensqualität zurück.

Weitere Informationen zu Dysphagien erhalten Sie >>hier<<.
 
Kontakt:
Abteilung für Sprachtherapie
Frau Fortmann, Frau Hofmann, Frau Kaufmann, Frau Kötteritzsch
Tel. 6400 3364 / -3375
a.fortmann(at)kk-essen.de
a.hofmann(at)kk-essen.de

Ärztliche Leitung (IDE )
OA Dr. med. M. Suchanek
m.suchanek(at)kk-essen.de

Warnzeichen und das richtige Handeln im Notfall

Im Notfall zählt jede Sekunde. Daher verständigen Sie in jedem Fall zuerst den Rettungsdienst unter 112. Die richtige Behandlung eines Schlaganfalls innerhalb der ersten sechs Stunden schafft gute Aussichten, dass Symptome wie Lähmungen oder Sprachstörungen zurückgehen. Je früher die Behandlung begonnen wird, desto besser ist das Ergebnis.
Wenn der Rettungsdienst alarmiert ist, kümmern Sie sich um den Betroffenen.

  • Verabreichen keine Medikamente oder Getränke
  • Beruhigen Sie den Betroffenen und bleiben Sie bei ihm
  • Lockern Sie einengende Kleidungsstücke
  • Wenden Sie bei Bewusstlosigkeit die stabile Seitenlage an
  • Kontrollieren Sie Puls- und Herzschlag

Teilen Sie dem eintreffenden Notarzt die Symptome des Betroffenen mit. In Essen wird der Patient in ein Krankenhaus mit einer Stroke-Unit – einer Schlaganfall-Spezialstation - eingeliefert.  Seit 2009 ist die Stroke-Unit des Philippusstift offiziell zertifiziert.  

Häufig treten aber schon Tage bis Monate vor einem Schlaganfall flüchtige Warnzeichen auf. Patienten mit folgenden Symptomen sollten sich einer neurologischen Untersuchung unterziehen:

  • Erstmalige, heftige Kopfschmerzen
  • Heftiger Schwindel (sofern weitere neurologische Störungen vorliegen)
  • Sehstörungen wie Doppelbilder, flüchtige Sehstörungen auf einem Auge oder Sehstörungen zu einer Seite
  • Hängender Mundwinkel
  • Halbseitige Lähmungen und Gefühlsstörungen, Koordinations- und Gangstörungen
  • Sprachstörungen (Aphasie)
  • Erstmalige epileptische Anfälle
  • Bewusstseinsstörungen

Wissenswertes für Studenten

Sie sind Student und möchten das neurologische Tertial komplett oder zu einem Teil in unserer Klinik ableisten? Die Neurologische Klinik kann zwei PJ-Studenten im Tertial ausbilden. Sie erlernen alle Untersuchungstechniken (Elektrophysiologische Untersuchungen, Doppler- und Duplexsonographie und neuroradiologische Untersuchungsmethoden) sowie die Grundlagen intensivmedizinischer Behandlung von neurologischen Patienten, einschließlich der Behandlung auf einer Schlaganfalleinheit (Stroke-Unit). Zudem werden Grundkenntnisse neurologischer Rehabilitation vermittelt.  

Bis zu drei Famulaturen können in der neurologischen Klinik gleichzeitig durchgeführt werden. Zudem führt die Klinik ein neurologisches Blockpraktikum durch. Das Philippusstift bildet dabei im Semester drei Gruppen mit jeweils zehn Studenten aus.  

Die neurologische Abteilung am Philippusstift ist modern ausgestattet: Neben einer Schlaganfall-Spezialstation (Stroke-Unit) verfügt die Akutklinik über 62 Betten. Die technische Ausstattung umfasst unter anderem EEG-, EMG-, ENG-, EVP- und Doppler-Duplex-Untersuchungen. Zudem kooperiert die Fachklinik mit dem Neurologischen Therapiezentrum „NETZ“, dem Schlaganfallbüro Ruhr und dem Aphasikerzentrum NRW e.V. und bietet dem Patienten so eine umfassende, ganzheitliche Rehabilitation an.  

In unserem Informationsblatt "Informationen für Studierende" erfahren Sie alles Wissenswerte zu Ihren Ausbildungsmöglichkeiten. Oder wenden Sie sich für weitere Informationen an das Sekretariat der neurologischen Abteilung:  

Sekretariat der neurologischen Abteilung
Heike Winkler
Tel.: 0201 6400 3351
Fax: 0201 6400 3354
Neurologie(at)kk-essen.de

Weiterführende Informationen rund um das Thema "Gesundheit" finden Sie auf unserem Gesundheitsportal "gesundinessen.de"

Selbsthilfegruppe PNP

Selbsthilfegruppe PNP
Hartmut van de Wetering
Katholisches Klinikum Essen GmbH
Hospitalstraße 24
45329 Essen
hartmutvandewetering(at)gmx.de

Infos auf einen Blick

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Kontakt

PD Dr. med. Oliver Kastrup 

PD Dr. med. Oliver Kastrup
Ausbildungsbeaufragter des KKE

Tel:  0201 6400 3350
Fax: 0201 6400 3354

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